Programm | Zeitplan
Das Detailprogramm inkl. der Abstracts aller Beiträge finden Sie hier.
Mag.a Dr.in Gudrun Quenzel (PH Vorarlberg)
Was heißt es, heute aufzuwachsen? Ergebnisse der Jugendstudie „Lebenswelten 2025 – Einstellungen und Werte junger Menschen in Österreich“
Jugendliche befinden sich momentan in einer paradox anmutenden Situation: Sie haben nie dagewesene Möglichkeiten zur individuellen Lebensgestaltung, mit der Fülle an Möglichkeiten geht jedoch auch ein erheblicher soziokultureller Optimierungsdruck einher und sie wachsen in einer sich schnell wandelnden Gesellschaft auf. Im Vortrag geht es um die Frage, wie Jugendliche mit diesen Herausforderungen umgehen. Präsentiert werden Daten aus der Jugendstudie „Lebenswelten 2025 – Einstellungen und Werte von Jugendlichen in Österreich“ für die eine repräsentative Stichprobe von über 15.000 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren befragt wurde. Die Ergebnisse zeichnen ein komplexes Bild der jungen Generation. Wichtig ist jungen Menschen vor allem der soziale Nahbereich und trotz zahlreicher Krisen blicken sie grundsätzlich optimistisch in ihre persönliche Zukunft. Gleichzeitig zeigen sich verschiedene Entwicklungen, die gesellschaftlichen und pädagogischen Handlungsbedarf signalisieren. Etwa profitieren Jugendliche von nie dagewesenen Bildungs- und Berufschancen, stehen aber gleichzeitig unter einem hohen Druck zur Selbstoptimierung. Dies zeigt sich unter anderem in gestiegenen Anforderungen in Schule, Beruf und Partnerschaft, aber auch in zunehmenden gesundheitlichen Beschwerden. Der Vortrag zeigt dabei eine auffallende Diskrepanz zwischen persönlicher Zuversicht und gesellschaftspolitischer Skepsis.
Panel 1: Temporale Orientierungen und Zukunftsentwürfe
Panel 2: Bildungs- und Berufsübergänge: Theoretische und empirische Perspektiven
Panel 3: Wohlbefinden im Wandel: Perspektiven auf Gesundheit und Umwelt
Themenraum 1: Der AK-Jugendmonitor in der Diskussion: Teuerung, Mitbestimmung und Strukturen der Zuversicht
Themenraum 2: Bedeutungen und Verhandlungen von Zeit in jugendlichen Lebenswelten
Themenraum 3: Wenn Jugendhilfe endet: Soziale Beziehungen und Einsamkeit von Care Leaver*innen
Amancay Jenny, Lic.
MA & Anna-Maria Penetsdorfer, MA
Univ.-Prof.in Dr.in Birgit Bütow (Universität Salzburg)
"wir dürfen, also wir müssen halt dann (…)“ - Erlebte Partizipation von Jugendlichen in sozialpädagogischen WGs
Partizipation gilt im fachwissenschaftlichen Diskurs als zentrales Qualitätsmerkmal sozialpädagogischer Praxis, wie die FICE-Fachstandards exemplarisch verdeutlichen. Beteiligungsformate werden dabei häufig als normativer Standard verstanden, während kritisch-reflexive Bezugnahmen hinsichtlich der Umsetzung oft ausbleiben und dabei insbesondere die Perspektiven von Adressat:innen nicht systematisch erfasst werden.
Der Vortrag greift diese theoretische und empirische Leerstelle auf und stellt zentrale Ergebnisse aus einer österreichischen Pilotstudie vor. Die Studie fragt nach Grenzen und Möglichkeiten von Partizipation im institutionalisierten Alltag und gibt Einblicke in die Perspektiven von Jugendlichen in der WG. Partizipation findet einerseits in stark formalisierten und voraussetzungsvollen Beteiligungsformaten Umsetzung, die gleichzeitig einer ständigen Ausverhandlung bedürfen und damit auf zentrale Fragen sozialpädagogischer Beziehungsgestaltung verweisen. Es gilt, diese im Spannungsfeld zwischen einem stark verwaltungsförmigen Alltag und den Ansprüchen auf demokratische und nachhaltige Lern- und Bildungsprozesse zu diskutieren.
Erwachsenwerden im [um]bruch
Doris Moravec, BA MA
Florian Eder, MA MA
(Verein [um]bruch:stelle)
FAKTory: Ein Third Space für junge Menschen, faktenbasierten Diskurs und Allyship
Mag. Judith Fritz
Malena Haas, MA
(Arbeiterkammer Wien)
GWA Marchtrenk - Ein Blick in die Praxis gemeinwesenorientierter Jugendarbeit im Spannungsfeld zwischen Erwartung und Realität
Maria Egger, MA
Paulina Grim, MA
(GWA Marchtrenk/Soziale Initiative)
Jugendliche als Akteur*innen
Jens Koppers, Carla Enbergs, Stefanija Goruna, Jasmin Schwitte, Marina Strunje (Studierende der Saxion University of Applied Sciences)
Jugendliche gestalten Verantwortung: Ausbildung für Jungleitende
Dipl.-Ing. Bernhard Jäggle
Making Quality Mobility a Reality for All: Insights from the ESN Survey
Laura Müllner (Erasmus Student Network (ESN) Austria)
Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) aus Sicht von Besuchenden: Perspektiven auf Folgen für das subjektive Wohlbefinden.
Jennifer Klein (Universität Siegen/ Katholische Hochschule NRW)
Queere Jugendliche im digitalen (Bildungs-)Raum – erste Ergebnisse und partizipative Perspektiven
Nathalie Fichtberger, BA MA MA (Universität Wien)
Räumliche (An)Ordnungen auf Reisen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
Lukas Bitzer, M.A. (Universität Koblenz)
TOPSY Youth: Stimmen zur psychischen Gesundheit junger Menschen in Österreich
Lina Kröncke (Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit)
Über die Relevanz von Freund*innenschaften bei der Gestaltung biografischer Übergänge in der Lebensphase Jugend
Prof. Dr. Tim Wersig, M.A. (MSB Medical School Berlin - Hochschule für Gesundheit und Medizin)
Panel 4: Identitätsentwürfe und Autonomie: Wege zur Selbstbestimmung
Panel 5: Bildung, Übergänge und religiöse Selbstentwürfe
Panel 6: Soziale Ressourcen: Freizeit und Peer-Beziehungen
Panel 7: Vielfalt und soziale Ungleichheit
Themenraum 4 [Youth Participation]: "Kinderrechte sind das, was Kinder und Jugendliche brauchen, damit es ihnen gut geht"
Themenraum 5: Jugend forscht mit – Partizipative Aktionsforschung im Gespräch
Themenraum 6: Partizipation in der europäischen und lokalen Jugendarbeit: Innovative Jugendbeteiligungsformate, Langzeitforschung und Förderstrategien
Themenraum 7: Räume junger Menschen – Offene Jugendarbeit im Sozialraum
Workshop 1: Faire Arbeit?! Perspektiven junger Menschen auf Ausbildung und Beruf
Alexandra Weiss & Rebecca Blattner & Michael Kerschenbauer (Verein Care Leaver Österreich)
Gemeinsam Veränderung gestalten
Die Keynote beleuchtet aus Sicht des Care Leaver Selbstvertretungsvereins Fragen rund um Bedürfnisse, Beteiligung und gesellschaftliche Sichtbarkeit in und nach der Kinder- und Jugendhilfe. Im Fokus stehen die Bedeutung von Partizipation, die Rolle von Forschung dort, wo sie junge Menschen stärken kann, sowie die Notwendigkeit eines gemeinsamen Dialogs zwischen Selbstvertretung, Praxis, Wissenschaft und Politik. Der Vortrag eröffnet Perspektiven auf Zusammenarbeit, Mitgestaltung und die Frage, wie aus Erfahrung Wissen und aus Wissen Veränderung werden kann.
Nähere Informationen unter https://inclusion.ustp.at/monika-vyslouzil-preis
Panel 8: Politische Praxis im Dialog: Institutionelle und bewegungsorientierte Partizipation
Panel 9: Beziehungsweisen: Aushandlung, Krisen und Zugehörigkeit
Panel 10: Freiheitsentziehende Kontexte: Partizipation und Perspektiven
Panel 11 [Youth Participation]: Mitgestaltung in Forschung und Praxis
Themenraum 8: „Wann ist die Teilnahme an diesem Projekt für Dich ganz persönlich ein Erfolg?“ – Partizipative Evaluierung eines Projekts für NEETs in Wiener Neustadt
Themenraum 9: „Redet mit uns, nicht über uns“ – Partizipation in der Jugendberufshilfe.
Themenraum 10 [Youth Participation]: Schüler:innen erforschen soziale Ungleichheit – Einblicke in das partizipative Forschungsprojekt CHANGE
Themenraum 11 [Youth Participation]: Von No-Gos zur Best Practice? Gelingende Wissenskommunikation auf Social Media für Jugendliche
Dr. Nils Wenzler (TH Köln)
Momente. Politische Handlungsfähigkeit im Alltag der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
Der Beitrag nimmt das Politische in den alltäglichen Praktiken der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in den Blick. Ausgehend vom ethnografischen Forschungsprojekt „momente" (TH Köln) werden empirische Miniaturen vorgestellt, die zeigen, wie Kinder und Jugendliche an der Hervorbringung institutioneller Ordnungen beteiligt sind – und wie sie diese zugleich bearbeiten, irritieren und verändern.
Anstatt politische Bildung als Wissensvermittlung oder Projektarbeit zu verstehen, fragt der Vortrag nach den Momenten des Politischen im institutionalisierten Alltag: Wo werden Politiken der Differenzierung – etwa
Altersregelungen, Raumnutzungen oder Zugangsordnungen – gemeinsam hergestellt? Wo werden sie herausgefordert? Und welche Bedingungen ermöglichen oder begrenzen die politische Handlungsfähigkeit junger Menschen in diesen Situationen? Hiermit werden auch gesellschaftliche Machtverhältnisse aufgerufen, wie beispielsweise adultistische Politiken in den Institutionen der OKJA.
Mit einer praxis- und alltagstheoretischen Perspektive wird politische Handlungsfähigkeit dabei nicht als individuelle Kompetenz, sondern als etwas relational Hervorgebrachtes und ungleich Verteiltes verstanden. Im Zentrum steht die Frage, wie Kinder und Jugendliche im Alltag der OKJA zu politisch Handelnden werden – und welche Rolle die Institution dabei spielt.
Panel 12: Digitale Lebenswelten: Teilhabe, Spannungsfelder, Agency
Panel 13: Ob Großstadt oder Peripherie: Wo Jugendliche (keinen) Platz finden
Panel 14: Subjektive Landkarten des Aufwachsens in Jugendzentren und Qualifizierungskontexten
Themenraum 12: Jugend gestaltet Gesundheit
Themenraum 13: Digitale Räume junger Menschen – Offene Jugendarbeit in der postdigitalen Welt
Themenraum 14: Wie Inklusion in der europäischen Jugendarbeit umgesetzt, erforscht und verbessert wird
Workshop 2 [Youth Participation]: Scrollen, posten, wischen – zwischen Teilhabe, Vermarktung und Empowerment